Laufmaschen sind leider das Aus für das offene, sichtbare Tragen der Feinstrümpfe.
Keine vernünftige Frau wird sich freiwillig mit löchrigen und zerschlissenen Strumpfen
in der öffentlichkeit zeigen.
Jedoch was kann man dagegen tun?
Eigentlich gar nichts und dennoch sehr viel.
Zuerst kann man auf einen sorgsamen Umgang beim An- und Ausziehen achten. Eine gute Maniküre
sorgt ebenfalls für ein längeres Strumpfleben. Weiterhin kann man darauf achten, dass die Strümpfe
möglichst keinen Kontakt zu scharfen oder rauhen Gegenständen haben. Tisch- und Stuhlbeine sollten
also möglichst keinen Kontakt zum Strumpf haben.
Darüber hinaus kann nur der Hersteller selbst Laufmaschen vermeiden, indem er mit Hilfe von Lycra
und glatten Garnen eine möglichst resistente Oberfläche am Bein gewährleistet. Denn, je weniger
Angriffsfläche ein Strumpf bietet, desto haltbarer ist er.
Dadurch, dass Strümpfe gestrickt und nicht gewebt werden, besteht ein Strumpfbein im Prinzip nur aus einem einzigen Faden, der Reihe für Reihe rund gestrickt wird. Dadurch hält die jeweils aktuelle Masche die Masche aus der vorherigen Reihe usw. Wird nun der Faden einer Masche zerstört, kann er die vorhergehende Masche nicht mehr halten. Diese 'fällt ab' und gibt die nächste Masche ebenfalls frei. Dieser Effekt setzt sich so lange fort, bis keine mechanischen Kräfte mehr auf die Maschen wirken - Die Masche läuft. Wird nun weiter am Strumpf gezogen, läuft die Masche weiter.
Zunächst muss die Größe des Strumpfes stimmen. Ist er zu klein, werden die Maschen
zu sehr gedehnt und somit das Laufen der Maschen begünstigt. Umgekehrt darf der Strumpf aber auch nicht
zu groß sein, damit das Material möglichst eng und glatt am Bein anliegt und somit eine optimale Oberfläche
hat.
Alles weitere liegt dagegen in der Hand der Hersteller - Stricktechnik - Garne.
Stricktechnik: Normalerweise wird die aktuelle Maschenreihe von der vorherigen Maschenreihe gehalten.
Wenn nun aber abwechselnd die aktuelle Masche auch die Masche der vorletzten Reihe hält, dann kann diese nicht so leicht
laufen, wenn sie beschädigt wird. Diese Stricktechnik wird Micro-Mesh genannt und wird in den Verstärkungen und
Maschenstopps verwendet. Leider leidet das Maschenbild darunter (es ist nicht mehr so fein) und wird daher nicht
für das Bein verwendet.
Garn: Durch die Verwendung hochwertiger und strapazierfähiger Garne (z.B. mit Lycra) werden die Strümpfe natürlich
auch haltbarer. Leider sind Elastane nicht ganz so strapzierfähig wie Polyamid. Die richtige Mischung und Ummantelung
ist hier also besonders wichtig.
Insgesamt gesehen kann man jedenfalls sagen, dass der Hersteller einen sehr großen Anteil an der
Laufmaschenanfälligkeit hat. Qualitativ hochwertige Produkte haben daher ihren Preis. Umgekehrt kann ein
hochwertiger Strumpf bei entsprechender Pflege aber auch wochen- wenn nicht sogar monatelang getragen werden,
was ihn dagegen wieder sehr preiswert macht.
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